Die Energiewende braucht auch eine Kulturwende!

Energiewende 2.0: Technik trifft Kultur

Energiewende braucht Kulturwende

Es ist faszinierend, die technologischen Entwicklungen in der Energiegewinnung und -versorgung hinsichtlich der Energiewende zu beobachten. In den letzten fünf Jahren haben sich die Effizienz von Solarpanels und die Technologie erheblich weiterentwickelt. Im Jahr 2018 lag der Wirkungsgrad typischerweise zwischen 15% und 20%. Bis 2023 haben einige der besten Modelle Wirkungsgrade von über 22% erreicht, wobei einige Hochleistungsmodule sogar Werte von bis zu 24% – Tendenz steigend. Wer hätte das gedacht? Diese beeindruckenden Fortschritte zeigen nicht nur das Potenzial der Technologie, sondern verdeutlichen auch, dass die Energiewende nun ernsthaft an Fahrt aufnimmt. Doch während wir uns auf diese technischen Errungenschaften konzentrieren, wird klar: Die Energiewende braucht auch eine Kulturwende!

Technologie ist momentan der Treiber für unseren Fortschritt. In diesem Kontext sind drei zentrale Aspekte besonders hervorzuheben:

Neue technologische Entwicklungen müssen finanziert werden.

Alpine Solaranlagen sollen doch nicht so rentabel sein, wie erwartet, und die Schweiz sei für die Produktion von Wasserstoff ein zu teurer Standort. Für den Ausbau des Stromnetzes bis 2050 kursieren horrende Investitionssummen. Die Finanzierung der Energiewende sieht sich mehreren Widerständen und Hindernissen gegenüber.

Hohe Anfangsinvestitionen für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur stellen eine große finanzielle Belastung dar, während Unsicherheiten über zukünftige Erträge aus erneuerbaren Energieprojekten Investoren abschrecken können. Politische Unsicherheiten und Änderungen in Förderprogrammen tragen zur Risikoscheu bei, insbesondere wenn es an ausreichender staatlicher Unterstützung oder Anreizen fehlt. Zudem haben kleinere Unternehmen oft Schwierigkeiten, Zugang zu Finanzierungen zu erhalten, da Banken zögerlich sind, in weniger etablierte Technologien zu investieren. Bestehende Subventionen für fossile Brennstoffe erschweren den Wettbewerb und behindern somit die Finanzierung erneuerbarer Energien. Technologische Risiken und langfristige Planungsunsicherheiten aufgrund unklarer regulatorischer Rahmenbedingungen verstärken die Herausforderungen weiter.

Neue technologische Entwicklungen müssen genutzt werden.

Mit Windenergie tut sich die Schweizer Bevölkerung immer noch sehr schwer. Bürgerbeteiligungen an PV-Anlagen stoßen auf Widerstand. Auch bestehen Bedenken hinsichtlich eines Abkommens mit der EU. Die Angst vor hohen Strompreisen hält Autofahrer vor dem Kauf von E-Autos ab.

Die Bevölkerung äußert verschiedene Widerstände gegen erneuerbare Energieträger, die sich in mehreren Bereichen manifestieren. Ästhetische Bedenken spielen eine große Rolle, da viele Menschen Windkraftanlagen und Solarfelder als unansehnlich empfinden und befürchten, dass sie die Landschaft negativ beeinflussen könnten. Zudem wird die Lärmbelästigung durch Windkraftanlagen als störend wahrgenommen. Auch Umweltauswirkungen sind ein Thema, da die Errichtung von Windparks und Solaranlagen potenziell lokale Ökosysteme beeinträchtigen kann. Sicherheitsbedenken hinsichtlich Technologien wie Biogasanlagen oder Offshore-Windparks tragen ebenfalls zur Skepsis bei. Wirtschaftliche Ängste – etwa vor steigenden Energiepreisen oder dem Verlust von Arbeitsplätzen in traditionellen Industrien – verstärken den Widerstand zusätzlich. Oft mangelt es zudem an ausreichender Information über die Vorteile erneuerbarer Energien, was zu Misstrauen führt. Schließlich zeigt sich der NIMBY-Effekt (not in my back yard): Viele unterstützen erneuerbare Energien grundsätzlich, lehnen jedoch deren Umsetzung in ihrer unmittelbaren Umgebung ab.

Neue technologische Entwicklungen müssen recyclebar sein.

Der Ruf nach AKWs wird wieder stärker; jedoch ist die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Beherbergung des Endlagers sehr gering ausgeprägt. Aber auch das Recyclen von Solar Panels und Windturbinen steckt noch in den Kinderschuhen. Energiewende Gegner argumentieren oft, dass erneuerbare Technologien mehr Abfall produzieren werden, als bisherige Technologien.

Es gibt tausend Gründe, warum, wie was wo nicht funktionieren kann. In meinem Wirken beobachte ich allerdings oft, dass die Frage nach der Wirtschaftlichkeit neuer Ideen immer an erster Stelle steht. Ohne Zweifel eine wichtig Frage. Aus der Verkaufspsychologie wissen wir jedoch, dass Sympathie und Vertrauen vor Nutzen und vor dem Preis kommt.

Wie können wir den Gap zwischen dem Bedürfnis nach einem stabilen Energiestandard und dem Streben nach einem enkeltauglichen Energiesystem schließen? Ich plädiere dafür, dass es eine Vision sowie neue selbstverständliche Werte sowohl in der Unternehmenskultur als auch in der gesamten Gesellschaft hinsichtlich Energie braucht. Dank transparenter Kommunikation wird das Vertrauen gestärkt, damit kollaborativ neue Ansätze entwickelt werden können.

Deshalb ist für mich klar: Die Energiewende ist nicht nur eine technische Herausforderung – sie erfordert auch einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Zweifel daran, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien funktioniert, sind weit verbreitet; gerade in der Schweiz steht viel auf dem Spiel.

Tönt das Spannend? Dann schau gerne hier rein 0der kontaktiere mich für einen unverbindlichen Austausch.

Portrait-Tanja-Rueegge_Blogartikel

Tanja Rüegge
Ich begleite Firmen auf dem gewinnbringenden Weg der Energiewende und engagiere mich für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Stromversorgung.
tanja@tanjarueegge.ch
+41 78 756 58 85

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert