Wie lästige Murmeltiere wertvolle Begleiter werden

Wie lästige Murmeltiere wertvolle Begleiter werden

 

 

Expertin für Resilienz und Lebensqualität

Wie lästige Murmeltiere wertvolle Begleiter werden

 

Good bye liebes Murmeltier

Geht es Ihnen manchmal auch ähnlich wie Phil Connors (Bill Murray) im Film  „Und täglich grüsst das Murmeltier“ wo er als Wetteransager ein und denselben Tag immer wieder erlebt? Ähnliche verzwickte Situationen in einem neuen Umfeld und Sie wissen nicht, wie Sie diese Situationen angenehmer und gewinnbringender gestalten können?

Im Film probiert Phil Verschiedenes aus, um seiner unangenehmen Situation zu entkommen bis er merkt, dass er sie auch zu seinen Vorteil nutzen kann. Er entwickelt sich vom arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager zu einem geschätzten und beliebten Mann – und kann dann endlich seine Zeitschlaufe verlassen.

Wie Sie Konflikten neu begegnen

Über 99 % unserer Handlungen finden automatisch und unbewusst statt und sind geprägt von Werten, Erfahrungen, Glaubenssätzen, etc. Nun stellen Sie sich vor, jetzt kommt der Autopilot einer anderen Person und stellt sich diesem Autopiloten in den Weg. Da ist es nicht verwunderlich, dass es knallt. Je nach Geschwindigkeit sogar ziemlich heftig. Da der Autopilot das Zepter in der Hand hat wird es schwierig die Reaktionen zu steuern. Und doch ist es möglich. Dabei ist die Formel ganz einfach: Behalten Sie das Steuer jederzeit in der Hand und behalten Sie Ihren Autopiloten unter Kontrolle.

Dieser Autopilot hilft uns in vielen lebenswichtigen Situationen, allerdings ist er bei Veränderungen hinderlich, weil er gewohnte Reaktionen auslöst und auf Überlebensmodus schaltet. Schliesslich hat man bislang überlebt und ob das mit dem neuem Verhalten noch so sein wird ist nicht gewährleistet. Mit etwas Übung gelingt es jedoch immer besser den Autopiloten flexibler einzustellen und so mehr Handlungsspielraum zu gewinnen.

Mein Tipp: gehen Sie regelmässig neue Wege

Und das meine ich wortwörtlich. Fahren Sie mal einen anderen Weg zur Arbeit. Laufen Sie mal bewusst auf der anderen Strassenseite zur ÖV-Station. Oder parken Sie Ihr Auto immer wieder mal irgendwo anders. Beobachten Sie in banalen Alltagssituationen Ihren Autopiloten und machen Sie sich einen Spass daraus diesen auszuschalten. Mit der Zeit werden Sie diesen auch in verzwickten Situationen entdecken und souverän reagieren können.

Entstehen neue Lösungen durch Problemverhinderung?

Entstehen neue Lösungen durch Problemverhinderung?

Bei der Recherche für diesen Artikel haben mir viele Menschen erzählt, dass sie sehr lösungsorientiert seien und sie deshalb Probleme erst gar nicht entstehen lassen würden. Für mich hat es in dieser Aussage ein Paradox drin. Im Wort Lösungsorientierung kommt das Wort «Lösung» drin vor und nicht «Problem». Reicht es somit, wenn man einfach Probleme verhindert um wirklich eine starke Resilienz-Säule Lösungsorientierung zu haben?

Theoretischer Ansatz

Gemäss Wikipedia ist ein Problem eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist. In meinen Worten würde ich sagen, dass ein Problem auftritt, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es eigentlich geplant hatte. Somit sind Probleme eher mit negativen Emotionen behaftet, weil ich nicht so schnell vorwärtskomme wie geplant. Ich werde durch unerwartete Ereignisse gezwungen meine Vorgehensweise zu überdenken um erfolgreich zu sein.

Von der Wortherkunft betrachtet stammt das Wort aus dem Griechischen pro, das so viel wie «vorn, voran, voraus, vorwärts» bedeutet und dem griechischen Wort ballein, was mit «werfen» übersetzt wird. (Quelle https://www.wissen.de/wortherkunft/problem) Ein Problem wirft uns somit voran.

Aus Problemen werden Herausforderungen

Irgendwie ist ja der Spruch «Sehe es als Chance, wenn es gerade schwierig ist» etwas ausgelatscht. Und doch hat er meiner Meinung nach nichts an Wahrheit verloren. Wenn ich Probleme als Chance sehe, dann ergeben sich daraus plötzlich Herausforderungen. Und dann bin ich gewillt, die Geschwindigkeit zu drosseln und neue Perspektiven in mein Handeln zu bringen.

Lösungsorientierung: neuer Blickwinkel schaffen

Sobald ich mich auf die Lösung des Problems konzentriere, erschliessen sich plötzlich neue Möglichkeiten. Manchmal braucht es etwas Mut, neue Wege auszuprobieren und die Situation quer zu denken. Doch wenn ich zu jederzeit auf meine eigenen Ressourcen zurückgreife und nutze, was vorhanden ist, dann fällt es plötzlich ganz einfach schwierige Situationen erfolgreich zu meistern.

Herausforderungen für den Erfolg

Zusammenfassend ist es wichtig, dass ich in meinem Leben immer wieder Herausforderungen habe. Denn nur durch diese werde ich vorangetrieben und kann mich entwickeln. Als Führungskraft ist es hierbei relevant, dass die Mitarbeitenden Fehler machen dürfen damit sie ihre Talente entdecken und diese für neue Lösungen einsetzen können.

Und wie geht jetzt das mit der Lösungsorientierung durch Problemverhinderung? Meine Erfahrung zeigt, dass es wesentlich weniger Probleme gibt, wenn ich mich aktiv auf Lösungen und Chancen einer Situation konzentriere als wenn ich von Anfang an immer daran denke, was alles schieflaufen könnte und alle möglichen Szenarien einer Situation evaluiere. Und mit Lösungsorientierung hat das nichts zu tun, sondern eher mit umsichtigen, wohlbesonnenen bis hin zu ängstlichem Handeln. Weil risikoreiche Entscheidungen für neue Ideen werden mit dieser inneren Haltung kaum getroffen.

Resilienz: Wie belastende Situationen besser gelingen durch Akzeptanz

Resilienz: Wie belastende Situationen besser gelingen durch Akzeptanz

Der Chef kündigt an, dass die Firma restrukturiert wird und es nicht sicher ist, ob Ihr Job als solcher noch bestehen wird. Oder der Partner bzw. die Partnerin kommt am Abend nach Hause und sagt: «Schatz, ich kann zaubern: hokuspokus simsalabim und du bist Single.». Der Teppich wird Ihnen regelrecht unter den Füssen weggezogen.

In solchen Situationen kommt Ihre Resilienz zum Tragen und fängt Sie auf. Ein ganz wichtiger Aspekt der persönlichen Resilienz ist die Akzeptanz der Situation. Nur wenn Sie eine Situation wirklich akzeptieren, können Sie daran wachsen und gestärkt daraus herausgehen. Doch was braucht es dazu, wirklich akzeptieren zu können?

Toleranz versus Akzeptanz

Beide Begriffe werden oft als Synonyme verwendet und doch unterscheiden sie sich in ihrer Bedeutung. Unter Toleranz wird das Dulden oder Geltenlassen fremder Handlungsweisen und Überzeugungen. Verstanden. Im Sinne von «eine Situation so zu ertragen, wie sie ist».

Die gesteigerte Form und die Form, die für persönliches Wachstum wirklich nötig ist, ist die Akzeptanz der Situation. Das bedeutet, dass das Erdulden nicht ausreicht. Wir müssen bereit sein eine Situation anzunehmen und einverstanden sein.

Aktiv annehmen

Akzeptanz beruht auf Freiwilligkeit und hat im Gegensatz zur Toleranz eine aktive Komponente. Ich muss innerlich meine Zustimmung ausdrücken damit ich eine Situation wirklich akzeptieren kann.

Solange ich denke, dass diese Umstrukturierung doch sowieso nichts bringt, ich jedoch auf meinen Job angewiesen bin und deshalb irgendwie mitmache, dann toleriere ich die Situation.

Um aus tiefstem Herzen akzeptieren zu können sind empathische Gedanken wichtig so wie «ich bin zwar traurig, dass mich mein Partner oder meine Partnerin verlässt, doch ich akzeptiere die Situation und somit die Gefühle des Anderen. Und ich sehe auch einige positive Punkte an der Trennung». Oder im Geschäft bin ich aktiv bereit bei der Gestaltung der Reorganisation mitzuarbeiten und mein Know-how einzubringen auch wenn es mich verunsichert.

Damit der Teppich wieder möglichst schnell an seinen Platz zurückkommt und das Leben nach solchen Ereignissen in normalen Bahnen weitergeht, braucht es die gesamte Schutzmauer der Resilienz. Akzeptanz ist nur eine der sieben tragenden Säulen.

Sagen Sie au Ja zu Veränderung

Sagen Sie au Ja zu Veränderung

70 % der Change Projekte scheitern, weil die Mitarbeitenden im inneren Widerstand sind. Da dieser innere Widerstand nicht immer äusserlich sichtbar ist, ist braucht es Fingerspitzengefühl um effektiv damit umgehen zu können. Ob der Missmut offen kundgetan wird oder eher versteckt Widerstand geleistet wird ist eine Frage der Teamkultur und kann von der Führungskraft eindeutig mitgestaltet werden.

Change is the new normal

Wir alle kenne die Situation wo der Chef verkündet, dass irgendwo in der Firma ein Prozess geändert hat und sich nun alle mit den neuen Gegebenheiten abzufinden haben. Hand aufs Herz, wie oft reagieren Sie skeptisch und hinterfragen die Notwendigkeit dieser Änderung bevor Sie ihr überhaupt eine Chance geben? Bei mir beobachte ich, dass ich je mehr Lebenserfahrung ich habe nicht mehr jede Veränderung automatisch toll finde. Und doch faszinieren mich Entwicklungen und besonders die Gruppendynamiken dahinter. Und das ist extrem wichtig, denn Change is the new normal und wer sich nicht schnell an sich verändernde Situationen anpassen kann, der ist nicht mehr in Poleposition, wenn es darum geht neue eigene Ideen einzubringen und bei der Weiterentwicklung von Projekten mitzuhelfen.

Widerstand – der offene Krieg

Ja aber das klappt sowieso nicht. Wir tendieren dazu Immer gleich die Schwachstellen von neuen, innovativen Ideen zu identifizieren. Zu riskant, zu teuer, zu aufwändig, zu wenig recherchiert, zu komplex, etc. Wir anerkennen die neue Idee, legen aber gleich ein grosses Aber nach. Und dann beginnen die langwierigen Diskussionen über Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit, usw. Dabei geht in der Hitze des Gefechts völlig unter worum es denn eigentlich bei der Diskussion überhaupt geht.

Für die Führungskraft ist es hier relativ einfach ersichtlich, dass wohl noch Überzeugungsarbeit geleistet werden darf damit alle am gleichen Strang ziehen und sich für dieselbe Seite engagieren. Oftmals geht es im offenen Widerstand um technische Vorbehalte oder um Zweifel an den Umsetzungsstrategien. Die Vorbehalte können offen angesprochen werden.

Widerstand – Die stille Revolution

Alles scheint rund zu laufen, die Mitarbeitenden haben die Änderungen gut aufgenommen und es kamen wenig kritische Fragen. Alles in Butter? Nicht unbedingt: auf der äussersten Linie scheint alles gut zu funktionieren, doch bei der effektiven Anwendung harzt es dann weil die Mitarbeitenden nicht konsequent umsetzen. Als gute Führungskraft werden Sie hellhörig und intensivieren die Informationsflut sowie führen womöglich Sanktionen ein. Mit welchem Effekt? Die Teammitglieder machen die Faust im Sack und ziehen sich zurück. Keine neuen Ideen, kein Engagement, nur noch Dienst nach Vorschrift.

Und wer hat’s erfunden?

Unser Unterbewusstsein ist so grandios konzipiert, dass es bei veränderten Verhaltensweisen einen Schutzmechanismus aktiviert. Dieser hat das Ziel uns am Leben zu erhalten. Dieser Schutzmechanismus beinhaltet unsere

  • negativen Emotionen
  • Werte
  • Glaubenssätze

Wenn diese Komponenten aktiviert sind, fällt es uns extrem schwer aus unserer Komfortzone heraus zu kommen und neue Verhaltensweisen aufrecht zu erhalten. Dies äussert sich dann in Angst, Blockaden, Hilflosigkeit, Opferrolle, Neid, Missgunst, etc.

Im Gegensatz zum offenen Widerstand braucht die Führungskraft hier ehrliches Interesse, Empathie sowie Verständnis für die Mitarbeitenden um diese inneren Widerstände auflösen zu können. Wichtig ist es in solchen Situationen auch, dass die Mitarbeitenden die Möglichkeit haben sich beim change Projekt einzubringen und sich zu beteiligen. Je früher desto besser.

Die Kunst des au ja zu Veränderungen

Haben Sie schon mal beobachtet wie sich die Stimmung in der Teamdiskussion verändert, wenn plötzlich nicht mehr mit ja aber argumentiert wird und stattdessen mit ja und? Plötzlich liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Idee. Und darum geht es doch schlussendlich in unserer VUCA Welt.