Entstehen neue Lösungen durch Problemverhinderung?

Entstehen neue Lösungen durch Problemverhinderung?

Bei der Recherche für diesen Artikel haben mir viele Menschen erzählt, dass sie sehr lösungsorientiert seien und sie deshalb Probleme erst gar nicht entstehen lassen würden. Für mich hat es in dieser Aussage ein Paradox drin. Im Wort Lösungsorientierung kommt das Wort «Lösung» drin vor und nicht «Problem». Reicht es somit, wenn man einfach Probleme verhindert um wirklich eine starke Resilienz-Säule Lösungsorientierung zu haben?

Theoretischer Ansatz

Gemäss Wikipedia ist ein Problem eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist. In meinen Worten würde ich sagen, dass ein Problem auftritt, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es eigentlich geplant hatte. Somit sind Probleme eher mit negativen Emotionen behaftet, weil ich nicht so schnell vorwärtskomme wie geplant. Ich werde durch unerwartete Ereignisse gezwungen meine Vorgehensweise zu überdenken um erfolgreich zu sein.

Von der Wortherkunft betrachtet stammt das Wort aus dem Griechischen pro, das so viel wie «vorn, voran, voraus, vorwärts» bedeutet und dem griechischen Wort ballein, was mit «werfen» übersetzt wird. (Quelle https://www.wissen.de/wortherkunft/problem) Ein Problem wirft uns somit voran.

Aus Problemen werden Herausforderungen

Irgendwie ist ja der Spruch «Sehe es als Chance, wenn es gerade schwierig ist» etwas ausgelatscht. Und doch hat er meiner Meinung nach nichts an Wahrheit verloren. Wenn ich Probleme als Chance sehe, dann ergeben sich daraus plötzlich Herausforderungen. Und dann bin ich gewillt, die Geschwindigkeit zu drosseln und neue Perspektiven in mein Handeln zu bringen.

Lösungsorientierung: neuer Blickwinkel schaffen

Sobald ich mich auf die Lösung des Problems konzentriere, erschliessen sich plötzlich neue Möglichkeiten. Manchmal braucht es etwas Mut, neue Wege auszuprobieren und die Situation quer zu denken. Doch wenn ich zu jederzeit auf meine eigenen Ressourcen zurückgreife und nutze, was vorhanden ist, dann fällt es plötzlich ganz einfach schwierige Situationen erfolgreich zu meistern.

Herausforderungen für den Erfolg

Zusammenfassend ist es wichtig, dass ich in meinem Leben immer wieder Herausforderungen habe. Denn nur durch diese werde ich vorangetrieben und kann mich entwickeln. Als Führungskraft ist es hierbei relevant, dass die Mitarbeitenden Fehler machen dürfen damit sie ihre Talente entdecken und diese für neue Lösungen einsetzen können.

Und wie geht jetzt das mit der Lösungsorientierung durch Problemverhinderung? Meine Erfahrung zeigt, dass es wesentlich weniger Probleme gibt, wenn ich mich aktiv auf Lösungen und Chancen einer Situation konzentriere als wenn ich von Anfang an immer daran denke, was alles schieflaufen könnte und alle möglichen Szenarien einer Situation evaluiere. Und mit Lösungsorientierung hat das nichts zu tun, sondern eher mit umsichtigen, wohlbesonnenen bis hin zu ängstlichem Handeln. Weil risikoreiche Entscheidungen für neue Ideen werden mit dieser inneren Haltung kaum getroffen.

Resilienz: Wie belastende Situationen besser gelingen durch Akzeptanz

Resilienz: Wie belastende Situationen besser gelingen durch Akzeptanz

Der Chef kündigt an, dass die Firma restrukturiert wird und es nicht sicher ist, ob Ihr Job als solcher noch bestehen wird. Oder der Partner bzw. die Partnerin kommt am Abend nach Hause und sagt: «Schatz, ich kann zaubern: hokuspokus simsalabim und du bist Single.». Der Teppich wird Ihnen regelrecht unter den Füssen weggezogen.

In solchen Situationen kommt Ihre Resilienz zum Tragen und fängt Sie auf. Ein ganz wichtiger Aspekt der persönlichen Resilienz ist die Akzeptanz der Situation. Nur wenn Sie eine Situation wirklich akzeptieren, können Sie daran wachsen und gestärkt daraus herausgehen. Doch was braucht es dazu, wirklich akzeptieren zu können?

Toleranz versus Akzeptanz

Beide Begriffe werden oft als Synonyme verwendet und doch unterscheiden sie sich in ihrer Bedeutung. Unter Toleranz wird das Dulden oder Geltenlassen fremder Handlungsweisen und Überzeugungen. Verstanden. Im Sinne von «eine Situation so zu ertragen, wie sie ist».

Die gesteigerte Form und die Form, die für persönliches Wachstum wirklich nötig ist, ist die Akzeptanz der Situation. Das bedeutet, dass das Erdulden nicht ausreicht. Wir müssen bereit sein eine Situation anzunehmen und einverstanden sein.

Aktiv annehmen

Akzeptanz beruht auf Freiwilligkeit und hat im Gegensatz zur Toleranz eine aktive Komponente. Ich muss innerlich meine Zustimmung ausdrücken damit ich eine Situation wirklich akzeptieren kann.

Solange ich denke, dass diese Umstrukturierung doch sowieso nichts bringt, ich jedoch auf meinen Job angewiesen bin und deshalb irgendwie mitmache, dann toleriere ich die Situation.

Um aus tiefstem Herzen akzeptieren zu können sind empathische Gedanken wichtig so wie «ich bin zwar traurig, dass mich mein Partner oder meine Partnerin verlässt, doch ich akzeptiere die Situation und somit die Gefühle des Anderen. Und ich sehe auch einige positive Punkte an der Trennung». Oder im Geschäft bin ich aktiv bereit bei der Gestaltung der Reorganisation mitzuarbeiten und mein Know-how einzubringen auch wenn es mich verunsichert.

Damit der Teppich wieder möglichst schnell an seinen Platz zurückkommt und das Leben nach solchen Ereignissen in normalen Bahnen weitergeht, braucht es die gesamte Schutzmauer der Resilienz. Akzeptanz ist nur eine der sieben tragenden Säulen.

Sagen Sie au Ja zu Veränderung

Sagen Sie au Ja zu Veränderung

70 % der Change Projekte scheitern, weil die Mitarbeitenden im inneren Widerstand sind. Da dieser innere Widerstand nicht immer äusserlich sichtbar ist, ist braucht es Fingerspitzengefühl um effektiv damit umgehen zu können. Ob der Missmut offen kundgetan wird oder eher versteckt Widerstand geleistet wird ist eine Frage der Teamkultur und kann von der Führungskraft eindeutig mitgestaltet werden.

Change is the new normal

Wir alle kenne die Situation wo der Chef verkündet, dass irgendwo in der Firma ein Prozess geändert hat und sich nun alle mit den neuen Gegebenheiten abzufinden haben. Hand aufs Herz, wie oft reagieren Sie skeptisch und hinterfragen die Notwendigkeit dieser Änderung bevor Sie ihr überhaupt eine Chance geben? Bei mir beobachte ich, dass ich je mehr Lebenserfahrung ich habe nicht mehr jede Veränderung automatisch toll finde. Und doch faszinieren mich Entwicklungen und besonders die Gruppendynamiken dahinter. Und das ist extrem wichtig, denn Change is the new normal und wer sich nicht schnell an sich verändernde Situationen anpassen kann, der ist nicht mehr in Poleposition, wenn es darum geht neue eigene Ideen einzubringen und bei der Weiterentwicklung von Projekten mitzuhelfen.

Widerstand – der offene Krieg

Ja aber das klappt sowieso nicht. Wir tendieren dazu Immer gleich die Schwachstellen von neuen, innovativen Ideen zu identifizieren. Zu riskant, zu teuer, zu aufwändig, zu wenig recherchiert, zu komplex, etc. Wir anerkennen die neue Idee, legen aber gleich ein grosses Aber nach. Und dann beginnen die langwierigen Diskussionen über Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit, usw. Dabei geht in der Hitze des Gefechts völlig unter worum es denn eigentlich bei der Diskussion überhaupt geht.

Für die Führungskraft ist es hier relativ einfach ersichtlich, dass wohl noch Überzeugungsarbeit geleistet werden darf damit alle am gleichen Strang ziehen und sich für dieselbe Seite engagieren. Oftmals geht es im offenen Widerstand um technische Vorbehalte oder um Zweifel an den Umsetzungsstrategien. Die Vorbehalte können offen angesprochen werden.

Widerstand – Die stille Revolution

Alles scheint rund zu laufen, die Mitarbeitenden haben die Änderungen gut aufgenommen und es kamen wenig kritische Fragen. Alles in Butter? Nicht unbedingt: auf der äussersten Linie scheint alles gut zu funktionieren, doch bei der effektiven Anwendung harzt es dann weil die Mitarbeitenden nicht konsequent umsetzen. Als gute Führungskraft werden Sie hellhörig und intensivieren die Informationsflut sowie führen womöglich Sanktionen ein. Mit welchem Effekt? Die Teammitglieder machen die Faust im Sack und ziehen sich zurück. Keine neuen Ideen, kein Engagement, nur noch Dienst nach Vorschrift.

Und wer hat’s erfunden?

Unser Unterbewusstsein ist so grandios konzipiert, dass es bei veränderten Verhaltensweisen einen Schutzmechanismus aktiviert. Dieser hat das Ziel uns am Leben zu erhalten. Dieser Schutzmechanismus beinhaltet unsere

  • negativen Emotionen
  • Werte
  • Glaubenssätze

Wenn diese Komponenten aktiviert sind, fällt es uns extrem schwer aus unserer Komfortzone heraus zu kommen und neue Verhaltensweisen aufrecht zu erhalten. Dies äussert sich dann in Angst, Blockaden, Hilflosigkeit, Opferrolle, Neid, Missgunst, etc.

Im Gegensatz zum offenen Widerstand braucht die Führungskraft hier ehrliches Interesse, Empathie sowie Verständnis für die Mitarbeitenden um diese inneren Widerstände auflösen zu können. Wichtig ist es in solchen Situationen auch, dass die Mitarbeitenden die Möglichkeit haben sich beim change Projekt einzubringen und sich zu beteiligen. Je früher desto besser.

Die Kunst des au ja zu Veränderungen

Haben Sie schon mal beobachtet wie sich die Stimmung in der Teamdiskussion verändert, wenn plötzlich nicht mehr mit ja aber argumentiert wird und stattdessen mit ja und? Plötzlich liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Idee. Und darum geht es doch schlussendlich in unserer VUCA Welt.

 

Selbstoptimierung – wenn schon denn schon mit Spassfaktor

Selbstoptimierung – wenn schon denn schon mit Spassfaktor

In unserer VUCA Welt wird es immer schwieriger sich für die Zukunft fit zu halten. Die steigende Komplexität fordert immer mehr Kompetenzen. Somit wird als Erfolgsstrategie die Selbstoptimierung angepriesen um im schwierigen Marktumfeld bestehen zu können. Doch wie funktioniert nachhaltige Selbstoptimierung und ist sie überhaupt nötig? Und bringt sie die angestrebte Sicherheit auch in Zukunft im Business noch gefragt zu sein?

Hinter der Maske die Masken fallen lassen

Es ist Fasnachtszeit und Hochkonjunktur der bunten und fröhlichen aber teils auch düsteren und dominanten Masken. Eins haben alle Arten gemeinsam; hinter der Maske wird man nicht erkannt. Dies gibt dem Träger die Narrenfreiheit all das auszuleben, was er ohne die Maske sich nicht getrauen würde.

In der Fasnachtszeit ist dieses Vorgehen ja noch ganz witzig. So werden bei Schnitzelbänken oder in der Fasnachtszeitung Ereignisse aufgedeckt und humorvoll analysiert. Welche Masken tragen wir jedoch Tag für Tag und verstecken uns dahinter? Wie viele Schichten der Selbstoptimierung tragen wir täglich neu auf, damit wir unser scheinbares Sicherheitsgefühl stillen können?

Erfolgreich ist, wer…

Täglich Sport treiben, gesunde Ernährung, meditieren, mit den Kindern möglichst viel Zeit verbringen, ein guter Partner / eine gute Partnerin sein, immer mit den neuesten Trends mithalten. Trainer, Coaches, Vorgesetzte, Familienangehörige; alle wissen, was es braucht um wirklich gut und erfolgreich zu sein. Mit Aufwand, Disziplin und Ausdauer werden sich neue Fähigkeiten angeeignet. Über die Maske «Sport» wird noch eine «analytisch denkend», «positiv kommunizierend» und «durchsetzungsfähiger Chef» gepinselt.

Da bleibt keine Zeit, einfach mal gemütlich auf dem Sofa zu sitzen und zu träumen oder etwas zu machen, was keinen Sinn ergibt aber doch Spass macht. Unentwegt bewegt man sich ausserhalb der Komfortzone und der Körper steht unter einem gewissen (Lern)Stress. Bis irgendwann vielleicht alle Stricke reissen und man irgendwie in der Luft hängt, ungesichert, unkontrolliert, irgendwo.

Erfolg erfolgt

Ist Selbstoptimierung und persönliche Entwicklung somit für die Katze? Nein, absolut nicht! Man sollte sich sehr gut überlegen, welche Kompetenzen und Eigenschaften wirklich erstrebenswert sind. Denn sonst findet man sich nach ein paar Jahren irgendwo auf der Karriereleiter wieder wo man doch eigentlich gar nicht hin wollte. Erfolgreich per Definition, jedoch nur dank seiner vielen Masken, die man sich im Laufe der Zeit auferlegt hat. Ohne direkte Verbindung zur eigenen Begeisterung.

Für den nachhaltigen Erfolg ist es wichtig, sich und seine Talente zu entwickeln und zu entfalten. Erfolgt die Maskenbildung aufgrund unserer Talente, dann empfinden wir sie nicht so sehr als störend, sondern als sicherheitsspendend und unterstützend. Uns Eigenschaften aufgrund unserer Talente anzueignen ist zudem sehr viel einfacher, braucht weniger Ausdauer und macht erst noch Spass.

Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass man achtsam durchs Leben geht und regelmässig evaluiert, welche Masken wirklich nötig und hilfreich sind und welche ihren Dienst erfüllt haben und auch wieder abgelegt werden können. In dem Sinn wünsche ich eine farbenfrohe Fasnacht.

Über Genialität und grosse Leistungen

Über Genialität und grosse Leistungen

Jeder ist ein Genie! Aber wenn man einen Fisch danach beurteilt, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben,
dass er dumm ist.

Was braucht es um als Genie zu gelten?

Was ist anders an Aristoteles, da Vinci, Göthe oder Einstein? Alles Personen, die im Volksmund als Genie gelten und einen hohen Status erreicht haben.

Gemäss Wikipedia ist ein Genie eine Person mit überragend schöpferischer Geisteskraft oder auch besonderes hervorragender Leistungen auf anderen Gebieten.

Somit stellt sich mir die Frage, wann und unter welchen Konditionen die schöpferische Geisteskraft als genial gilt.

a) Genialität vs. Talent

Der Begriff Genie hat unterschiedliche Wurzeln. In Deutschland und Frankreich wird der Begriff auf «Ingenium» zurückgeführt, was mit natürlich, angeborenes Talent übersetzt werden kann.

Bei Tieren ist es relativ offensichtlich, dass ein Fisch wohl nie ein Meister im Baumklettern werden wird. Und er beschäftigt sich auch mit keinem Gedanken damit. Sein angeborenes Talent liegt im Schwimmen und im Überlegen und der Orientierung unter Wasser. Und auch bei uns Menschen werden die Merkmale eines Genies je nach sozialer Zugehörigkeit unterschiedlich gewertet. Bei den Urvölkern im Amazonas sind Kenntnisse von allen Pflanzen und Kräutern für das Überlegen notwendig wo in der westlichen Welt das Überleben so weit gesichert ist, dass wir uns mit Lebenskonzepten eher theoretischer Natur auseinandersetzen können. Welche Leistung hat nun das Prädikat «genial» verdient?

b) Genialität vs. Intelligenz vs. Erfolg

Erfolgreiche Künstler, Schachspieler, Wissenschaftler oder Musiker haben zwar gewöhnlich einen IQ über dem Durchschnitt. Bei Genies hat sich jedoch gezeigt, dass diese nicht unbedingt mit einem hohen IQ gesegnet sind. Das Wissen, überdurchschnittlich intelligent zu sein, erhöht das Risiko, im Leben zu scheitern.

In New York gibt es ein College, die als Aufnahmekriterium einen IQ von mindestens 130 vorschreibt. Schüler mit einem solchen IQ gelten als hochbegabt, denn kaum 2% der Bevölkerung verfügen über einen solch hohen IQ. Eine Erhebung zeigte, dass der durchschnittliche IQ an dem College gar bei 157 lag. Studien haben jedoch auch gezeigt, dass sich diese herausragende Anlage nicht unbedingt in eine herausragende Lebensleistung umsetzt. Zwar ging es den Absolventen nicht schlecht, Aussergewöhnliches hatte jedoch Keiner zustande gebracht.

Was misst demnach ein Intelligenztest? Wohl immer noch gilt das Zitat des Harvard- Psychologen Edwin Boring aus dem Jahr 1923: in welchem er sagt: „Intelligenz ist das, was Intelligenztests testen.“

Nutzen Sie das Genie in Ihnen

Weder Talent noch Intelligenz und Erfolg sind somit eindeutige Merkmale für geniale Leistungen sind. Was ist es dann was heutzutage jemanden zu überragender schöpferischen Geisteskraft motiviert?

Forschungen haben gezeigt, dass vielmehr die Neugier, ein tiefes Interesse und vor allem eine eiserne Ausdauer entscheidende Voraussetzungen für grosse Leistungen sind.

Wir wurden alle mit einem gewissen Grad an Intelligenz ausgestattet und bringen unsere individuellen Talente mit auf diese Welt. Der Fact, dass keine zweite Person dieselbe Begabung bekommen hat wie wir, macht die Frage wahrer Genialität unlösbar.

Also wofür brennen Sie? Egal was es ist, ich wünsche Ihnen ganz viel Neugierde und Ausdauer auf Ihrer Entdeckungsreise!