Den perfekten Vorgesetzten 4.0 gibt es nicht

Den perfekten Vorgesetzten 4.0 gibt es nicht

 

Expertin für Resilienz und Lebensqualität

Den perfekten Vorgesetzten 4.0 gibt es nicht oder eben doch?

Gleich zu Beginn eine kecke Frage: Was ist eigentlich genau die Aufgabe einer Führungskraft und welche Kompetenzen braucht sie dazu?

Etwas salopp zusammen gefasst würde ich sagen, dass die Führungskraft dafür zuständig ist, gute Voraussetzungen zu schaffen, dass die ich als Mitarbeitende optimal dazu beitragen kann, dass die Firma die Markt- und Kundenbedürfnisse erfüllen kann.

Wenn ich mir das persönlich so überlege, dann habe ich konkrete Vorstellungen wie mein Vorgesetzter oder meine Vorgesetzte führen sollte. Ich wünsche mir verbindliche Absprachen, klare Richtlinien mit Mitspracherecht, ein Sparringpartner wenn ich nicht weiter komme, dass Verbesserungsvorschläge echt geprüft werden, dass ich die richtigen Informationen immer zur richtigen Zeit in der richten Form vorliegen habe,  gegenseitige Wertschätzung vorliegt und sich konstruktives Feedback gegeben werden kann, dass ich mich persönlich weiterentwickeln kann, dass ich Verantwortung tragen und neue Ideen einbringen kann. Und ja, Inspirationsgeber bzw. -geberin sollte er/sie natürlich auch sein.

Meine Liste deckt sich fast komplett mit den Kompetenzen, welche gemäss verschiedener Studien eine erfolgreiche Führungskraft 4.0 beherrschen sollte:

  • Zielorientierung
  • Motivationsfähigkeit
  • Begeisterungs- und Überzeugungsfähigkeit
  • Konfliktmanagement
  • Innovationen fördern
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Reflexionsfähigkeit

(Quelle: https://www.flow.de/de//pdf/2017_fsl_metastudie.pdf)

Uff, das ist eine ganz schöne Liste. Und wenn ich mir so überlege, dass meine Mitarbeitenden solche Erwartungen an mich stellen, dann wird mir also fast etwas schwindlig. Wie kann ich selber diesen Ansprüchen gerecht werden?

Mein Tipp: Führen Sie von Mensch zu Mensch

Die Anforderungen an eine Führungskraft nehmen stetig zu und niemand kann alle Anforderungen gänzlich erfüllen. Allerdings geht es auch in der Führung 4.0  um das gemeinsame Wirken von Menschen. Führen Sie deshalb perfekt unperfekt und somit menschlich. Werden Sie sich Ihrer Stärken bewusst. Setzen Sie diese bewusst ein damit man Sie als Experte dafür wahr nimmt und schätzt. So können Sie auch ehrlich zu Ihren Grenzen stehen. In der VUCA Welt ist es wichtig, dass Sie sich in unsicheren und fordernden Situationen auf Ihre Stärken besinnen können. Daraus ziehen Sie Ihre Ressourcen wenn es mal nicht wie gewünscht läuft. Und so werden Sie von den Mitarbeitenden als konsequente und gelassene Führungspersönlichkeit wahrgenommen und bei Ihren Vorhaben tatkräftig unterstützt.

Gedanken zum Jahreswechsel und wie es Ihnen gelingt cool zu bleiben wenn es mal unerwartet kommt.

Gedanken zum Jahreswechsel und wie es Ihnen gelingt cool zu bleiben wenn es mal unerwartet kommt.

 

Expertin für Resilienz und Lebensqualität

Gedanken zum Jahreswechsel und wie es Ihnen gelingt, cool zu bleiben auch wenn es mal unerwartet kommt.

Ich hoffe, Sie sind gut ins 2019 gerutscht und hatten schöne Festtage. Mein Jahreswechsel war fast etwas langweilig im Vergleich zu vor 4 Jahren. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe sehr gut gegessen, viel gelacht und pünktlich mit Freunden aufs neue Jahr angestossen.

Vor 4 Jahren war ich über Weihnachten in Ecuador unterwegs. Genau an Silvester kam ich von einer Dschungeltour zurück und wollte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Süden reisen. Leider streikten ausgerechnet die Busfahrer an diesem Tag und es war unsicher ab wo und wann und ob überhaupt Busse fahren. Eins war sicher, bleiben wo ich war konnte ich nicht. So glaubte ich ganz fest daran, dass dann an der Kreuzung der Hauptverkehrsachsen vor Quito dann am frühen Abend schon noch ein Bus fahre. Ein Mitreisender liess mich somit an der besagten, belebten Kreuzung aussteigen. Es war schon langsam dunkel und ich nun alleine unterwegs. Nach 1/2 Stunden ohne Bus fragte ich an der Tankstelle, ob denn noch Hoffnung bestünde. Der Tankwart grinste und sagte mañana. So stand ich vor der Wahl: Entweder Silvester in einem heruntergekommenen Hotel an diesem dreckigen und lauten Verkehrsknotenpunkt zu verbringen oder… mit einem Auto mitzufahren, das gerade angehalten hat. Hoppla, das macht man als alleinreisende Frau doch nicht, das ist zu gefährlich, nein das mache ich sicher nicht. Und doch; ein kurzer Blick auf den Fahrer und seine junge Mitfahrerin mit kleinem Wuschelhund und ich sass im Auto. Auf der 2-stündigen Fahrt habe ich dann erfahren, dass ich mit José und seiner Tochter unterwegs war und sie auf dem Weg noch etwas weiter in den Süden seien. An meinem Ziel angekommen fuhr mich José gar noch direkt ins Hostel und wollte sichergehen, dass ich auch wirklich gut ankomme und mir nichts passiert – abends, alleine als Frau in Südamerika.

Um die Herausforderungen des Alltags gestalten zu können sind wir immer wieder aufgefordert unsere Bewertung der Situation zu überprüfen. Gerade auch jetzt in der Übergangsphase wo alle möglichen Begriffe gefolgt von 4.0 den Einzug neuer Technologien und eben auch neuer Prozesse und Werte ankündigen. Da ist es wichtig, dass wir in kürzester Zeit entscheiden können, wie wir reagieren. Allerdings haben wir bei vielen dieser neuen Entwicklungen noch keinen Erfahrungsschatz. Somit führt dieser Schritt ins Ungewisse.

Wie es Ihnen gelingt, auch in ungewissen Momenten einen Schritt vorwärts zu machen
Halten Sie kurz inne und folgen Sie Ihren Gedanken. Was lässt Sie zweifeln, dass es schief gehen könnte? Geben Sie Ihrem Kopfkino Platz. Meistens entsteht ja eine ganze Kette, wo die Auswirkungen immer schlimmer werden. Bewerten Sie Ihre worst case Szenarios: Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass sie eintreffen? Danach können Sie hinten bei der Kette (bei mir oft „dann lebe ich als Obdachlose alleine auf der Strasse“ :-)) mit möglichen Lösungen/Reaktionen starten. Und dann getrauen Sie sich, machen Sie den 1. Schritt.

Wie lästige Murmeltiere wertvolle Begleiter werden

Wie lästige Murmeltiere wertvolle Begleiter werden

 

Expertin für Resilienz und Lebensqualität

Wie lästige Murmeltiere wertvolle Begleiter werden

 

Good bye liebes Murmeltier

Geht es Ihnen manchmal auch ähnlich wie Phil Connors (Bill Murray) im Film  „Und täglich grüsst das Murmeltier“ wo er als Wetteransager ein und denselben Tag immer wieder erlebt? Ähnliche verzwickte Situationen in einem neuen Umfeld und Sie wissen nicht, wie Sie diese Situationen angenehmer und gewinnbringender gestalten können?

Im Film probiert Phil Verschiedenes aus, um seiner unangenehmen Situation zu entkommen bis er merkt, dass er sie auch zu seinen Vorteil nutzen kann. Er entwickelt sich vom arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager zu einem geschätzten und beliebten Mann – und kann dann endlich seine Zeitschlaufe verlassen.

Wie Sie Konflikten neu begegnen

Über 99 % unserer Handlungen finden automatisch und unbewusst statt und sind geprägt von Werten, Erfahrungen, Glaubenssätzen, etc. Nun stellen Sie sich vor, jetzt kommt der Autopilot einer anderen Person und stellt sich diesem Autopiloten in den Weg. Da ist es nicht verwunderlich, dass es knallt. Je nach Geschwindigkeit sogar ziemlich heftig. Da der Autopilot das Zepter in der Hand hat wird es schwierig die Reaktionen zu steuern. Und doch ist es möglich. Dabei ist die Formel ganz einfach: Behalten Sie das Steuer jederzeit in der Hand und behalten Sie Ihren Autopiloten unter Kontrolle.

Dieser Autopilot hilft uns in vielen lebenswichtigen Situationen, allerdings ist er bei Veränderungen hinderlich, weil er gewohnte Reaktionen auslöst und auf Überlebensmodus schaltet. Schliesslich hat man bislang überlebt und ob das mit dem neuem Verhalten noch so sein wird ist nicht gewährleistet. Mit etwas Übung gelingt es jedoch immer besser den Autopiloten flexibler einzustellen und so mehr Handlungsspielraum zu gewinnen.

Mein Tipp: gehen Sie regelmässig neue Wege

Und das meine ich wortwörtlich. Fahren Sie mal einen anderen Weg zur Arbeit. Laufen Sie mal bewusst auf der anderen Strassenseite zur ÖV-Station. Oder parken Sie Ihr Auto immer wieder mal irgendwo anders. Beobachten Sie in banalen Alltagssituationen Ihren Autopiloten und machen Sie sich einen Spass daraus diesen auszuschalten. Mit der Zeit werden Sie diesen auch in verzwickten Situationen entdecken und souverän reagieren können.

Entstehen neue Lösungen durch Problemverhinderung?

Entstehen neue Lösungen durch Problemverhinderung?

Bei der Recherche für diesen Artikel haben mir viele Menschen erzählt, dass sie sehr lösungsorientiert seien und sie deshalb Probleme erst gar nicht entstehen lassen würden. Für mich hat es in dieser Aussage ein Paradox drin. Im Wort Lösungsorientierung kommt das Wort «Lösung» drin vor und nicht «Problem». Reicht es somit, wenn man einfach Probleme verhindert um wirklich eine starke Resilienz-Säule Lösungsorientierung zu haben?

Theoretischer Ansatz

Gemäss Wikipedia ist ein Problem eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist. In meinen Worten würde ich sagen, dass ein Problem auftritt, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es eigentlich geplant hatte. Somit sind Probleme eher mit negativen Emotionen behaftet, weil ich nicht so schnell vorwärtskomme wie geplant. Ich werde durch unerwartete Ereignisse gezwungen meine Vorgehensweise zu überdenken um erfolgreich zu sein.

Von der Wortherkunft betrachtet stammt das Wort aus dem Griechischen pro, das so viel wie «vorn, voran, voraus, vorwärts» bedeutet und dem griechischen Wort ballein, was mit «werfen» übersetzt wird. (Quelle https://www.wissen.de/wortherkunft/problem) Ein Problem wirft uns somit voran.

Aus Problemen werden Herausforderungen

Irgendwie ist ja der Spruch «Sehe es als Chance, wenn es gerade schwierig ist» etwas ausgelatscht. Und doch hat er meiner Meinung nach nichts an Wahrheit verloren. Wenn ich Probleme als Chance sehe, dann ergeben sich daraus plötzlich Herausforderungen. Und dann bin ich gewillt, die Geschwindigkeit zu drosseln und neue Perspektiven in mein Handeln zu bringen.

Lösungsorientierung: neuer Blickwinkel schaffen

Sobald ich mich auf die Lösung des Problems konzentriere, erschliessen sich plötzlich neue Möglichkeiten. Manchmal braucht es etwas Mut, neue Wege auszuprobieren und die Situation quer zu denken. Doch wenn ich zu jederzeit auf meine eigenen Ressourcen zurückgreife und nutze, was vorhanden ist, dann fällt es plötzlich ganz einfach schwierige Situationen erfolgreich zu meistern.

Herausforderungen für den Erfolg

Zusammenfassend ist es wichtig, dass ich in meinem Leben immer wieder Herausforderungen habe. Denn nur durch diese werde ich vorangetrieben und kann mich entwickeln. Als Führungskraft ist es hierbei relevant, dass die Mitarbeitenden Fehler machen dürfen damit sie ihre Talente entdecken und diese für neue Lösungen einsetzen können.

Und wie geht jetzt das mit der Lösungsorientierung durch Problemverhinderung? Meine Erfahrung zeigt, dass es wesentlich weniger Probleme gibt, wenn ich mich aktiv auf Lösungen und Chancen einer Situation konzentriere als wenn ich von Anfang an immer daran denke, was alles schieflaufen könnte und alle möglichen Szenarien einer Situation evaluiere. Und mit Lösungsorientierung hat das nichts zu tun, sondern eher mit umsichtigen, wohlbesonnenen bis hin zu ängstlichem Handeln. Weil risikoreiche Entscheidungen für neue Ideen werden mit dieser inneren Haltung kaum getroffen.

Resilienz: Wie belastende Situationen besser gelingen durch Akzeptanz

Resilienz: Wie belastende Situationen besser gelingen durch Akzeptanz

Der Chef kündigt an, dass die Firma restrukturiert wird und es nicht sicher ist, ob Ihr Job als solcher noch bestehen wird. Oder der Partner bzw. die Partnerin kommt am Abend nach Hause und sagt: «Schatz, ich kann zaubern: hokuspokus simsalabim und du bist Single.». Der Teppich wird Ihnen regelrecht unter den Füssen weggezogen.

In solchen Situationen kommt Ihre Resilienz zum Tragen und fängt Sie auf. Ein ganz wichtiger Aspekt der persönlichen Resilienz ist die Akzeptanz der Situation. Nur wenn Sie eine Situation wirklich akzeptieren, können Sie daran wachsen und gestärkt daraus herausgehen. Doch was braucht es dazu, wirklich akzeptieren zu können?

Toleranz versus Akzeptanz

Beide Begriffe werden oft als Synonyme verwendet und doch unterscheiden sie sich in ihrer Bedeutung. Unter Toleranz wird das Dulden oder Geltenlassen fremder Handlungsweisen und Überzeugungen. Verstanden. Im Sinne von «eine Situation so zu ertragen, wie sie ist».

Die gesteigerte Form und die Form, die für persönliches Wachstum wirklich nötig ist, ist die Akzeptanz der Situation. Das bedeutet, dass das Erdulden nicht ausreicht. Wir müssen bereit sein eine Situation anzunehmen und einverstanden sein.

Aktiv annehmen

Akzeptanz beruht auf Freiwilligkeit und hat im Gegensatz zur Toleranz eine aktive Komponente. Ich muss innerlich meine Zustimmung ausdrücken damit ich eine Situation wirklich akzeptieren kann.

Solange ich denke, dass diese Umstrukturierung doch sowieso nichts bringt, ich jedoch auf meinen Job angewiesen bin und deshalb irgendwie mitmache, dann toleriere ich die Situation.

Um aus tiefstem Herzen akzeptieren zu können sind empathische Gedanken wichtig so wie «ich bin zwar traurig, dass mich mein Partner oder meine Partnerin verlässt, doch ich akzeptiere die Situation und somit die Gefühle des Anderen. Und ich sehe auch einige positive Punkte an der Trennung». Oder im Geschäft bin ich aktiv bereit bei der Gestaltung der Reorganisation mitzuarbeiten und mein Know-how einzubringen auch wenn es mich verunsichert.

Damit der Teppich wieder möglichst schnell an seinen Platz zurückkommt und das Leben nach solchen Ereignissen in normalen Bahnen weitergeht, braucht es die gesamte Schutzmauer der Resilienz. Akzeptanz ist nur eine der sieben tragenden Säulen.