Smarte Digitalisierung braucht neue Werte zur Orientierung

Ich geb’s zu: je älter ich werde, desto mehr fasziniert mich die Technik. Im September war ich im Rahmen eines Mandats an der Messe «Schweissen und Schneiden» in Essen. Dort habe ich Interviews geführt und dabei viele spannende Firmen und Personen aus der metallverarbeitenden Industrie kennengelernt. Unisono wird der Fachkräftemangel als die grösste Herausforderung angeschaut. Der durchschnittliche Schweisser in Deutschland ist 55 Jahre alt und geht in den nächsten 10 Jahren in Rente. Nachwuchs? Nicht wirklich in Sicht. Und gleichzeitig wird die Automation mit Robotern bzw. Cobots (Mensch und Robotik kollaborieren) als innovative Lösung für den Fachkräftemangel zelebriert.

Fachkräftemangel ist das Trendwort momentan. An allen Ecken und Enden fehlt es an Fachkräften – branchenunabhängig, europaweit auf allen Hierarchiestufen.

Was mir persönlich bei dieser Diskussion über Fachkräftemangel fehlt, ist die Tatsache, dass gemäss einer Gallup Studie 87 % der Arbeitnehmenden in Europa innerlich gekündigt haben und lediglich 13 % in ihrem Job Freude haben. Sprich: es macht keinen Spass zu arbeiten.

Haben wir somit ein Managementproblem oder doch eher ein Werteproblem? Wohl beides, weil

… die Digitalisierung verändert ALLES und das in Hochgeschwindigkeit.

Besonders die Veränderung unserer Werte hat einen grossen Einfluss auf uns als Gesellschaft. Und das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeitswelt aus. Hier einige Beispiele, welche Werte besonders betroffen sind:

  • Privatsphäre:
    Die Digitalisierung führt zur Sammlung und Verarbeitung persönlicher Daten, was Fragen zum Schutz der Privatsphäre aufwirft.
  • Sicherheit:
    Mit zunehmender Vernetzung steigt das Risiko von Cyberkriminalität und Datenverlust, wodurch der Schutz vor Hackerangriffen und Identitätsdiebstahl an Bedeutung gewinnt.
  • Transparenz:
    Die Digitalisierung ermöglicht einfachen Zugang zu Informationen, birgt jedoch auch die Gefahr von Fehlinformationen und Fake News.
  • Gleichberechtigung:
    Die Digitalisierung bietet Chancen zur Förderung von Gleichberechtigung und Inklusion, kann aber auch zu einer digitalen Kluft führen.
  • Menschliche Interaktion:
    Die Digitalisierung verändert unsere Kommunikation und schafft neue Formen der Interaktion, was jedoch zu einer Abnahme persönlicher Kontakte führen kann.

Es ist von entscheidender Bedeutung, diese Werte im Kontext der Digitalisierung zu betrachten und einen ausgewogenen Ansatz zu finden, der sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen berücksichtigt. Angesichts des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels in der digitalen Welt ist es wichtig, eine reflektierte Auseinandersetzung mit diesen Werten zu führen. Dies kann dazu beitragen, eine digitale Kultur zu schaffen, die auf Respekt, Verantwortung und Nachhaltigkeit basiert. Indem wir diese Werte aktiv fördern und in unseren Alltag integrieren, können wir sicherstellen, dass der technologische Fortschritt im Einklang mit unseren menschlichen Bedürfnissen und Werten steht und gleichzeitig den Fachkräftemangel angehen.

Werte geben Orientierung, motivieren und helfen Fachkräften ihren Arbeitgeber auszuwählen. Aus diesem Grund lohnt sich eine bewusste Auseinandersetzung damit. Lass uns gemeinsam dran arbeiten und auf Entdeckungsreise gehen, damit dein Unternehmen für die Energiewende gerüstet ist.

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Tanja Rüegge
Ich begleite Firmen auf dem gewinnbringenden Weg der Energiewende und engagiere mich für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Stromversorgung.
tanja@tanjarueegge.ch
+41 78 756 58 85

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