Der Chef kündigt an, dass die Firma restrukturiert wird und es nicht sicher ist, ob Ihr Job als solcher noch bestehen wird. Oder der Partner bzw. die Partnerin kommt am Abend nach Hause und sagt: «Schatz, ich kann zaubern: hokuspokus simsalabim und du bist Single.». Der Teppich wird Ihnen regelrecht unter den Füssen weggezogen.

In solchen Situationen kommt Ihre Resilienz zum Tragen und fängt Sie auf. Ein ganz wichtiger Aspekt der persönlichen Resilienz ist die Akzeptanz der Situation. Nur wenn Sie eine Situation wirklich akzeptieren, können Sie daran wachsen und gestärkt daraus herausgehen. Doch was braucht es dazu, wirklich akzeptieren zu können?

Toleranz versus Akzeptanz

Beide Begriffe werden oft als Synonyme verwendet und doch unterscheiden sie sich in ihrer Bedeutung. Unter Toleranz wird das Dulden oder Geltenlassen fremder Handlungsweisen und Überzeugungen. Verstanden. Im Sinne von «eine Situation so zu ertragen, wie sie ist».

Die gesteigerte Form und die Form, die für persönliches Wachstum wirklich nötig ist, ist die Akzeptanz der Situation. Das bedeutet, dass das Erdulden nicht ausreicht. Wir müssen bereit sein eine Situation anzunehmen und einverstanden sein.

Aktiv annehmen

Akzeptanz beruht auf Freiwilligkeit und hat im Gegensatz zur Toleranz eine aktive Komponente. Ich muss innerlich meine Zustimmung ausdrücken damit ich eine Situation wirklich akzeptieren kann.

Solange ich denke, dass diese Umstrukturierung doch sowieso nichts bringt, ich jedoch auf meinen Job angewiesen bin und deshalb irgendwie mitmache, dann toleriere ich die Situation.

Um aus tiefstem Herzen akzeptieren zu können sind empathische Gedanken wichtig so wie «ich bin zwar traurig, dass mich mein Partner oder meine Partnerin verlässt, doch ich akzeptiere die Situation und somit die Gefühle des Anderen. Und ich sehe auch einige positive Punkte an der Trennung». Oder im Geschäft bin ich aktiv bereit bei der Gestaltung der Reorganisation mitzuarbeiten und mein Know-how einzubringen auch wenn es mich verunsichert.

Damit der Teppich wieder möglichst schnell an seinen Platz zurückkommt und das Leben nach solchen Ereignissen in normalen Bahnen weitergeht, braucht es die gesamte Schutzmauer der Resilienz. Akzeptanz ist nur eine der sieben tragenden Säulen.