Expertin für Resilienz und Lebensqualität

Gedanken zum Jahreswechsel und wie es Ihnen gelingt, cool zu bleiben auch wenn es mal unerwartet kommt.

Ich hoffe, Sie sind gut ins 2019 gerutscht und hatten schöne Festtage. Mein Jahreswechsel war fast etwas langweilig im Vergleich zu vor 4 Jahren. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe sehr gut gegessen, viel gelacht und pünktlich mit Freunden aufs neue Jahr angestossen.

Vor 4 Jahren war ich über Weihnachten in Ecuador unterwegs. Genau an Silvester kam ich von einer Dschungeltour zurück und wollte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Süden reisen. Leider streikten ausgerechnet die Busfahrer an diesem Tag und es war unsicher ab wo und wann und ob überhaupt Busse fahren. Eins war sicher, bleiben wo ich war konnte ich nicht. So glaubte ich ganz fest daran, dass dann an der Kreuzung der Hauptverkehrsachsen vor Quito dann am frühen Abend schon noch ein Bus fahre. Ein Mitreisender liess mich somit an der besagten, belebten Kreuzung aussteigen. Es war schon langsam dunkel und ich nun alleine unterwegs. Nach 1/2 Stunden ohne Bus fragte ich an der Tankstelle, ob denn noch Hoffnung bestünde. Der Tankwart grinste und sagte mañana. So stand ich vor der Wahl: Entweder Silvester in einem heruntergekommenen Hotel an diesem dreckigen und lauten Verkehrsknotenpunkt zu verbringen oder… mit einem Auto mitzufahren, das gerade angehalten hat. Hoppla, das macht man als alleinreisende Frau doch nicht, das ist zu gefährlich, nein das mache ich sicher nicht. Und doch; ein kurzer Blick auf den Fahrer und seine junge Mitfahrerin mit kleinem Wuschelhund und ich sass im Auto. Auf der 2-stündigen Fahrt habe ich dann erfahren, dass ich mit José und seiner Tochter unterwegs war und sie auf dem Weg noch etwas weiter in den Süden seien. An meinem Ziel angekommen fuhr mich José gar noch direkt ins Hostel und wollte sichergehen, dass ich auch wirklich gut ankomme und mir nichts passiert – abends, alleine als Frau in Südamerika.

Um die Herausforderungen des Alltags gestalten zu können sind wir immer wieder aufgefordert unsere Bewertung der Situation zu überprüfen. Gerade auch jetzt in der Übergangsphase wo alle möglichen Begriffe gefolgt von 4.0 den Einzug neuer Technologien und eben auch neuer Prozesse und Werte ankündigen. Da ist es wichtig, dass wir in kürzester Zeit entscheiden können, wie wir reagieren. Allerdings haben wir bei vielen dieser neuen Entwicklungen noch keinen Erfahrungsschatz. Somit führt dieser Schritt ins Ungewisse.

Wie es Ihnen gelingt, auch in ungewissen Momenten einen Schritt vorwärts zu machen
Halten Sie kurz inne und folgen Sie Ihren Gedanken. Was lässt Sie zweifeln, dass es schief gehen könnte? Geben Sie Ihrem Kopfkino Platz. Meistens entsteht ja eine ganze Kette, wo die Auswirkungen immer schlimmer werden. Bewerten Sie Ihre worst case Szenarios: Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass sie eintreffen? Danach können Sie hinten bei der Kette (bei mir oft „dann lebe ich als Obdachlose alleine auf der Strasse“ :-)) mit möglichen Lösungen/Reaktionen starten. Und dann getrauen Sie sich, machen Sie den 1. Schritt.