Expertin für Resilienz und Lebensqualität

Wie qualifizieren Sie sich als Führungskraft 4.0

„Als Führungskraft müssen Sie nicht die Beste in Ihrem Fach sein. Dazu haben Sie Ihre Mitarbeitenden.“ Das war der 1. Satz, den ich in meiner Führungsausbildung zu hören bekommen habe. Damals hatte ich Mühe diesen zu akzeptieren. Eine Führungskraft muss doch besser Bescheid wissen als ihre Mitarbeitenden sonst wird sie nicht ernst genommen. Der 2. Teil des weisen Ratschlags meines Dozenten war: „Sie müssen die richtigen Fragen stellen können.“ Und je länger ich mich mit Führung beschäftige, desto mehr gebe ich ihm recht.

Die Königsklasse in der VUCA Welt

Somit ist Fachkompetenz in der Führung nicht das Wesentliche. Viel wichtiger sind Methoden- und Sozialkompetenz damit die Mitarbeitenden effizient ihrer Arbeit nachkommen können und ihre Führungskraft als Vorbild sehen. Für mich gehört sogar die Ich-Kompetenz zur Königsklasse. In der VUCA Welt wo alles flüchtig, ungewiss, komplex und mehrdeutig ist, wird führen je länger je herausfordernder. Da ist es ganz wichtig, dass ich als Führungskraft achtsam bin, meine Grenzen kenne und zur richtigen Zeit meine Ressourcen aktivieren kann. Diese Kompetenzen schützen mich in Situationen, wenn das Leben wieder einmal Purzelbäume schlägt und nicht alles so rund läuft.

Zukunftsorientiert führen

In Zeiten der vielen Möglichkeiten und der rasanten technologischen Entwicklung verändert sich die Aufgabe der Führungskraft massiv. Bisherige Führungskonzepte funktionieren nicht mehr, da eine neue Generation an Arbeitnehmenden auf den Arbeitsmarkt drängt. Die Generation Y hat ganz andere Ansprüche ans Arbeitsleben. Wie bleiben Sie also als Führungskraft in Poleposition mit Ihren Führungskompetenzen? Studien belegen, dass in Zukunft folgende Führungskompetenzen relevant sein werden:

Zielorientierung
Mehr Auswahl bedeutet nicht immer mehr Lebensqualität. Aktuell ist es sehr wichtig Orientierung in Zeiten der 1000 Möglichkeiten zu geben. Viele Leute sind langsam überfordert mit den vielen Optionen. Da hilft es starke Ziele zu vermitteln damit sich das Team nicht verzettelt.

Motivationsfähigkeit
Agiles Arbeiten bedeutet auch Fehler machen und Projekte aufgeben zu müssen. Das ist nicht immer einfach wenn man ganz viel Herzblut reingesteckt hat. Deshalb sind Führungskräfte und Projektleitende in solchen Situationen gefordert das Team zu motivieren weiter zu machen und neue Lösungen zu suchen.

Begeisterungs- und Überzeugungsfähigkeit
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, lässt sich was Schönes bauen, besagt eines meiner Lieblingssprichwörter. Der konzentrierte Tunnelblick im Businessalltag erschwert es jedoch oft, in allen möglichen Situationen auch die Chancen zu sehen. Die Aufgabe der Führungskräfte liegt darin, ihr Team immer wieder für neue Möglichkeiten zu begeistern und zu überzeugen.

Innovationen fördern
Firmen stehen unter hohem Konkurrenzdruck mit dem Ausland. Da ist es wichtig sich wirklich abzugrenzen und seine Nische zu finden. Es gilt immer wieder neue Ideen zu finden. Dabei sind nicht nur die Führungskräfte gefordert, sondern alle Mitarbeitenden. Es ist die Aufgabe der Vorgesetzten entsprechende Voraussetzungen zu schaffen, damit die Belegschaft ihre Ideen auch einbringen kann.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Umsetzung von neuen Ideen beinhaltet in Zukunft vermehrt auch die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und zusätzlichen Stakeholdern. Und dann ist es wichtig Rückgrat und Mut zu haben und seine eigenen Ideen zu verfolgen. Wie sagte Henry Ford: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“

Konfliktmanagement
Die Zeit des Abnickens ist vorbei. In einer komplexen Welt braucht es die Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven. Und damit diese auf der Sachebene bleibt, wird es umso wichtiger, dass Führungskräfte Konflikte frühzeitig erkennen und positiv nutzen lernen.

Wachsen, entwickeln, gedeihen als Führungskraft

Dieser Kompetenzkatalog stammt ja nicht von mir, da gibt es diverse Studien dazu. Wenn ich das so lese, dann stelle ich mir sofort die Frage: so what? Was bedeutet das für mich damit ich als Führungskraft erfolgreich bin?

Hier habe ich eine Liste zusammengestellt, wobei sie sicherlich erst die wichtigsten Punkte enthält:

  • Mit Geduld / Hartnäckigkeit arbeiten
  • Empathie entwickeln
  • Bereitschaft das Geforderte selbst vorzuleben
  • Selbst bereit für Veränderungen sein
  • Eigene Visionen entwickeln
  • Selbstvertrauen haben
  • Opferrolle verlassen und Verantwortung für seine Handlungen übernehmen
  • Sich auf Lösungen konzentrieren, auch wenn sie (noch) nicht das Non plus ultra ist
  • Den Fokus regelmässig auf das Positive legen lernen
  • Das eigene Netzwerk aufbauen und pflegen

Zum Glück bringen wir alle unsere Stärken mit und gewisse Faktoren fallen uns einfach in der Umsetzung. Mit dem Resilienz-Konzept geht es genau darum, die persönlichen Stärken in herausfordernden Situationen erfolgreich einzusetzen. Damit Sie für die Zukunft gestärkt sind.

Und wie ging es jetzt nochmals mit der Fachkompetenz; nicht wichtig? Wenn ich diese Liste so anschaue, dann definitiv vernachlässigbar aber sicher doch notwendig. Was heute jedoch aktuell ist, ist morgen schon veraltet und gilt nicht mehr. Deshalb vernachlässigbar.

Mein Tipp

Werden Sie zum Stehaufmännchen. Sie werden kaum allen Anforderungen gerecht werden können. Und manchmal kommt das Leben schlichtweg dazwischen und schlägt Purzelbäume. Gewisse Projekte laufen super gut und andere sehr harzig. Bleiben Sie für solche Situationen in Poleposition als Führungskraft und entwickeln Sie Ihre Resilienz-Faktoren.